Montag, 12. Dezember 2011

Big Jay!!! Big Business???

Letzte Woche ließ der große Robert Parker Jr. auf seiner Website erobertparker.com verlauten, dass es Veränderungen in seinem Verkostungsteam geben würde und teilte mit, dass Jay Miller nicht länger für den WineAdvocate schreiben würde...


Miller war unter Anderem verantwortlich für Verkostungen in den Weinbauregionen Spanien und Südafrika. Parker würdigte die Arbeit von „Big Jay“ als überaus professionell und dankte ihm für seine besondere Aufmerksamkeit für wachsende Weinanbaugebiete dieser Welt. Nun, dies sollte uns eigentlich nicht wirklich in Aufregung versetzen, wären um dieses Ereignis herum nicht noch ein paar nicht unwesentliche Dinge passiert. So fügte Big Jay Folgendes zu Parkers Bekanntmachung hinzu:

"Einige mögen glauben, dass mein Rücktritt die Reaktion auf die aufkommende Kritik zu meiner Person sei. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt liegen…Ich verlasse den WineAdvocate mit einem reinen Gewissen. Ich habe niemals Geld dafür verlangt oder angenommen, Weinregionen oder Winzer zu besuchen."


Mmmh, diese Aussage stimmt mich dann doch etwas nachdenklich. Was genau war passiert? Miller geriet unter Beschuss, als Stimmen laut wurden, er würde Zahlungen von Weinregionen in Spanien akzeptieren um diese zu besuchen und Verkostungen durchzuführen. Der britische Journalist Jim Budd berichtete in seinem Blog Jim´s Loire Pancho Campo, Repräsentant von Miller in Spanien, hätte versucht einen Deal zu arrangieren, bei dem Miller für einen 2-tägigen Besuch von spanischen Bodegas, die es schwer haben sich auf dem Markt zu etablieren, 20.000 Euro kassieren würde. Budd titelte „No Pay..No Jay". Belegt hatte er dies durch eine mehr als eindeutige E-Mail Campos an 3 der wichtigsten Wein-Offiziellen Spaniens.

Mal unter uns: Das ist wirklich unglaublich und kaum zu fassen. Es sei dahingestellt, ob diese Anschuldigungen nun gerechtfertigt sind oder nicht, alleine der Verdacht ist meiner Meinung nach schon ein Skandal. Vor einiger Zeit schrieb ich in meinem Blog über die großen Kritikerpäpste der internationalen Weinwelt und lobte sie für ihre unermüdliche Arbeit des Verkostens um dem Laien eine Hilfestellung im Dschungel der Weine zu geben. Großartig, doch eines muss klar sein: Es darf hierbei nicht der leiseste Verdacht aufkommen, ja nicht einmal eine klitzekleine Vermutung, dass diese Leute sich schmieren lassen, denn der Laie vertraut auf die Objektivität dieser Verkoster und lässt sich oftmals davon leiten. Parker gab damals seinen Job als Anwalt auf um sich seiner großen Leidenschaft Wein zu widmen, heute ist er der einflussreichste Weinkritiker der Welt. Mit ihm stehen und fallen die Preise, die Existenzen vieler Weinbauern liegen in seiner Hand. Sein Team aus professionellen Verkostern schreibt und bewertet in seinem Namen. Diese Macht darf keinesfalls ausgenutzt werden um sich persönlich zu bereichern, denn dann können wir all diese Bewertungen in die Tonne schmeißen und können uns nur noch auf eine Sache wirklich verlassen: Unseren eigenen guten Geschmack.

Bildquelle: www.elperiodico.com

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