Montag, 21. November 2011

Die neue Lust auf gutes Essen

Am 11.November erschien die neue deutsche Ausgabe des Guide Michelin. Jedes Jahr zeichnet der renommierte kulinarische Führer Restaurants mit den beliebten Sternen aus. Mit insgesamt 249 Sterne-Restaurants bietet Deutschland nach Frankreich die meisten Adressen für kulinarischen Hochgenuss. Die höchste Auszeichnung von 3 Sternen erhielten 9 Restaurants und somit konnte das hohe Niveau der Vorjahre gehalten werden. Die Anzahl der 2-Sterne-Restaurants stieg auf 32. Diese Zahl hat sich in den letzten 2 Jahren verdoppelt. Die Auszeichnung des Michelin ist nicht nur Anerkennung und Prestige für den verantwortlichen Küchenchef und seine Crew, sondern ist oft auch mit wirtschaftlichem Erfolg verbunden. Kaum ein 3-Sterne-Restaurant, das sich über leere Plätze beklagen müsste, im Gegenteil, die Wartelisten werden länger und länger. Dabei liegen die Preise für einen Hauptgang in der Regel jenseits der 50 Euro. Ein Degustationsmenü mit passender Weinbegleitung kann dann schon mal 300 Euro kosten - Der Gruß aus der Küche und die Ausführungen des Sommeliers sind natürlich inbegriffen.

Eines der Hauptkriterien für die Vergabe der Sterne ist neben der Innovation und Einzigartigkeit der Gerichte und der Harmonie der geschmacklichen Verbindungen vor allem die Auswahl der Produkte, deren Frische und die fachgerechte Zubereitung.
So möchte der Gast nicht nur seinen Hunger stillen - er will auf höchstem Niveau genießen. Hierzu gehört auch mehr über das Produkt, welches er serviert bekommt, zu erfahren. Bei all den verschiedenen Kochstilen und den ach so unterschiedlichen Interpretationen der Gerichte - in einem Punkt sind sich alle Spitzenköche einig: Ohne Top-Produkt kein Top-Gericht. Der Gast legt höchsten Wert auf exquisite Produkte bekannter Herkunft und Identität.
Die Lust auf gutes Essen ist ungebrochen...und das ist auch gut so. Ich freue mich sehr über diese Entwicklung und hoffe, dass dies nicht nur ein vorübergehender Trend ist, sondern wir auch weiterhin große Sorgfalt bei der Auswahl unserer Lebensmittel walten lassen, denn gutes Essen beginnt genau hier und nicht unbedingt in einem mit Sternen dekorierten Restaurant.

Dienstag, 8. November 2011

PPP – „Parker“, „Peñin“ oder doch der „Persönliche Geschmack“

Wer sich heutzutage etwas genauer mit dem Thema Wein beschäftigt, ist sicherlich schon mal über die Verkostungsnotizen und Bewertungen des berühmten Robert Parker Jr. aus den USA gestoßen. Wie könnte man daran auch vorbeikommen, ist doch gerade die Internetwelt voll davon. Kaum ein Online-Shop, der darauf verzichtet, die Meinung des ehemaligen Anwalts aus Baltimore anzupreisen - natürlich nur wenn diese positiv ist. Sein 100-Punkte Bewertungssystem wurde z.B. auch von José Peñin, der als wichtigster und einflussreichster Weinkritiker Spaniens gilt, übernommen.

Natürlich sind manchen von uns diese Bewertungen eine große Hilfe bei der Auswahl unserer Weine. Aber können wir uns denn auf den guten Geschmack dieser Kritiker verlassen? Über diesen lässt sich ja bekanntlich streiten. Fakt ist, dass unser Geschmack nicht zwangsläufig der eines berühmten und einflussreichen Weinkritikers ist. So wird auch Robert Parker immer wieder für seine klar definierte Geschmackslinie kritisiert. Andererseits habe ich noch nie einen miserablen 100-Punkte-Wein getrunken. Im Gegenteil, alle waren exzellente und unvergleichliche Weine auf höchstem Niveau. Die Bewertungen sind meiner Meinung nach ein hilfreiches Tool um das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Weins einschätzen zu können. Hoch bewertete Weine sind qualitativ sicher nicht schlecht, ob sie dann unseren Erwartungen entsprechen ist eine andere Frage. In letzter Instanz sollten wir unseren eigenen Geschmack entscheiden lassen, denn darauf kommt es doch an...Der Wein muss einfach gut schmecken! Salut!


Bildquelle: wineindia.in

Neue Pakete auf vinogusta.com