Donnerstag, 5. Mai 2011

Gedanken beim Verzehr einer Scheibe Schinken.

Man kann sich darüber streiten, ob der beste Ibérico-Schinken aus Guijuelo (Salamanca/Kastilien), Jabugo (Huelva/Andalusien) oder aus der Extremadura kommt. Was nicht zu bestreiten ist, kam mir kürzlich in Guijuelo wieder in den Sinn: Ohne die Dehesa gäbe es weder Ibérico-Schweine noch Schinken oder andere Fleischpartien von ihnen. Im Grunde müsste jeder, der sich mit Ibérico-Delikatessen vergnügt, eine kleine Abgabe entrichten, um die Dehesa zu pflegen und ihr Ökosystem zu erhalten.
Als weltweit einzigartige Kulturlandschaft zieht sich die Dehesa parallel zur portugiesischen Grenze aus dem Westen Andalusiens nordwärts durch die Extremadura bis in die kastilischen Provinzen Salamanca und Zamora. Überall große, mächtige Steineichen, der Charakterbaum dieser Landschaft. Auch einige Berg- und Korkeichen sind darunter. Die Bäume schützen den Boden vor Erosion, spenden Schatten, werfen Laub ab, das sich zersetzt und das Wachstum anderer Pflanzen begünstigt. Im Herbst fallen Abertausende von Eicheln zu Boden: Futter für die Endmast der Ibérico-Schweine, die das ganze Jahr hindurch bei Kälte und Sommerhitze in dieser Landschaft leben.

Ich wäre bereit, beim Verzehr jeder Scheibe Ibérico-Schinken einen Obulus zum Erhalt der Dehesa zu entrichten. Sie muss nämlich vor Verbuschung, übermäßiger Beweidung, Waldbränden geschützt werden; was Geld kostet. Wie man liest, nimmt die Fläche der Dehesa Jahr für Jahr ab. Da und dort werden alte Steineichen gefällt und durch schnellwachsende Eukalyptusbäume ersetzt. Protest! Solche Dummheiten dürfen sich nicht ausbreiten.

(Fotos: JOSELITO, El Mejor Jamón del Mundo)

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