Dienstag, 3. Mai 2011

Ein Monument wird verzehrt.


Wenn ich in Katalonien zu tun habe, sorge ich dafür, dass ich bald nach der Ankunft ein pa amb tomàquet genießen kann. Tomatenbrot könnte man übersetzen, aber es ist weit mehr als das. Die kulinarische Zeremonie beginnt mit einer Scheibe Bauernbrot; es muss von fester Konsistenz, die Rinde muss dunkel gebacken sein. Einige Tropen Olivenöl darauf. Dann nimmt man eine Tomatenhälfte und reibt sie über die Scheibe, bis sich das Innere in der Brotsubstanz verliert. Dazu taugen nur spezielle Brot-Tomaten mit harter Schale, sie sind klein wie ein Golfball, dunkelrot, vollreif. Sie werden im Sommer geerntet, später an einer trockenen, luftigen Stelle aufgehängt. Dort halten sie sich fast ein Jahr.

Schließlich wird das Tomatenbrot nochmals großzügig mit einigen Tropfen Olivenöl getränkt. Abschließend einige Körner Meersalz darüber. Endlich der erste Biss hinein in dieses Monument des katalanischen Kulturerbes. Dazu ein Gläschen Weißwein oder Cava. Schon regt sich in mir das Gefühl: Wie angenehm, wieder mal in Katalonien angekommen.


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