Mittwoch, 9. März 2011

Rotweingenuss bei Raumtemperatur?

Bitte nicht. Gibt es eigentlich eine andere Formel im Weinbereich, die sich so lange gehalten hat - obwohl sie falsch ist? Die meisten Rotweine werden hierzulande viel zu warm getrunken. Ich ärgere mich oft in der so genannten „gehobenen Gastronomie“ über gute Rotweine, die tatsächlich bei Zimmertemperatur serviert werden. Das liegt meistens an der falschen Aufbewahrung. Die Flaschen stehen gerne einfach hinter der Theke herum, selbst wenn es einen Klimaschrank gibt; denn es erscheint zu aufwendig, den Wein jedes mal wieder zurückzustellen. Schade. Da darf man sich dann auch nicht über einen zu geringen Weinabsatz beschweren.

Bei einem gehobenen Preis kann ich als Gast ja wohl auch einen angemessenen „Zustand“ des servierten Weines erwarten. Dabei ist es doch so einfach: niemals einen Rotwein mit mehr als 16° C servieren, denn man muss bedenken, dass er sich im Glas ja noch erwärmt. Damit wäre schon einmal viel gewonnen.


Wer in den eigenen vier Wänden mehr Zeit und Möglichkeiten hat, der kann den Trinkgenuss natürlich noch erhöhen, indem er 3 Rotweinkategorien unterscheidet:


  • Leichte Rotweine, die keinen oder nur einen kurzen Ausbau im Holz hinter sich haben, sollte man wesentlich kühler bei 13-14° C servieren, 
  • mittelkräftige Weine bei einer Temperatur von 14-16° C und 
  • wirklich schwere (alkoholreiche, tanninstarke) Rotweine bei 16-18° C (Ribera del Duero, Priorat, Toro, Bordeaux, Rhône, Piemont…).

    Bei einer Serviertemperatur von über 20° C tritt nämlich der Alkohol so sehr in den Vordergrund, dass er die Aromen überdeckt und der Tropfen erscheint kraftlos, flach und eben einfach alkoholisch.

    Glücklich sind all diejenigen, die einen guten Keller oder einen Klimaschrank zur Verfügung haben, aber es gibt auch einige andere Möglichkeiten, den Wein auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Legen Sie die Flasche zirka eine Stunde in den Kühlschrank oder ins Eisfach (15 – 20 Minuten). Man kann die Flasche auch in eine Schale mit Eiswürfeln (und etwas Wasser) stellen. Das kommt Ihnen vielleicht etwas rabiat vor, aber es ist alles besser, als den Wein zu warm zu trinken!

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