Freitag, 31. August 2012

Den zweiten Sommer erleben …



Auch, wenn viel Jammern nichts nützt - der deutsche Sommer hat in diesem Jahr wirklich zu wünschen gelassen. Zu gering die Abende, an denen wir mit einem erfrischenden mediterranen Gin Tonic oder einem eisgekühlten Weißwein die Seele hätten baumeln lassen können, während warmer Sommerwind durch unsere Gesichter weht. Zu überschaubar der Einsatz des neu gekauften Grills und zu unbefriedigend der Genuss von frischer Melone mit nussigem Jamón Iberico, wenn draußen der Regen an die Fenster klatscht. Und ganz eindeutig: zu weit weg der nächste Strand ! So prickelnd der neue spanische Rosé-Cava auch sein mag, so köstlich die Oliven, Patés und Meeresfrüchte auch anmuten – spanische Delikatessen versüßen Dir zwar eindeutig den typisch deutschen Sommer, aber in den Urlaub zu fahren, ist eben doch was anderes. Wie schön wäre es, jetzt eine frisch zubereitete Paella mit Meeresgetier in einem kleinen Restaurant am Strand wohlig seufzend zu genießen und dabei den Sonnenuntergang anzuschauen? Wem jetzt ebenfalls das Wasser im Munde zusammen gelaufen ist, sollte es sich vielleicht dann doch noch mal überlegen und sich in einen Spontan-Urlaub verabschieden. Einfach eines von unzähligen Hotels in Spanien aussuchen, schnell in den Flieger steigen und mit einem seeligen Lächeln einen Sundowner genießen… Also ich wäre dabei!

Donnerstag, 30. August 2012

Der spanische Stier als Objekt der Begierde?



Wer an Spanien denkt, dem fallen auf Anhieb einige Dinge ein, die sinnbildlich für die iberische Halbinsel stehen. Köstliche Tapas beispielsweise, raffinierte Rotweine aus den vielen D.O.s in ganz Spanien oder die Cuisine Avantgarde von Ferran Adrià. Wer aufmerksam durch Spanien reist, entdeckt jedoch noch ein weiteres Objekt der Begierde, das aus Spanien nicht wegzudenken ist: den Stier. Stolz und unberechenbar repräsentiert dieses Tier nicht nur die spanische Tradition, sondern wurde auch von einem bekannten spanischen Spirituosenhersteller ausgeliehen: Osborne. Der Osborne-Stier war ursprünglich als große Plakatwand an spanischen Straßen geplant - als Werbung für den Brandy Veterano der Osborne-Gruppe. Von hier aus hat er sich jedoch im Laufe der Zeit vielmehr vom Markenzeichen hin zu einem nationalen Symbol Spaniens entwickelt. Auch heutzutage befinden sich nach wie vor über 90 Osborne-Stiere in der Nähe von Landstraßen in ganz Spanien, die jedoch mittlerweile keinen Werbeschriftzug mehr tragen.  Aber nicht nur der Brandy-Hersteller Osborne hat sich der Symbolik des Stieres bedient, auch Künstler wie Pablo Picasso waren von Spaniens Nationalsymbol fasziniert. So findet sich spanisches Flair als Kunstdruck von Pablo Picasso - mit seinem Bild  Picador Bull Fighter Don Quixote“ . Kunst- und Spanienliebhaber finden den Kunstdruck hier im Onlineshop von 1art1.

Montag, 2. Januar 2012

Purer Genuss oder pure Abzocke?

Sieht man sich die Entwicklung des Liv-Ex 100 an, so ist der Wert des Weins in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich fast 20% jährlich gestiegen. Ach so, Liv-Ex 100, was ist das eigentlich? Was den Spekulanten von Sachwerten durchaus ein Begriff ist, kennt unter den wahren Genießern von Wein kaum einer.
Der Liv-Ex 100 ist ein Leitindex für Wein, sprich ein internationaler Handelsplatz für die feinen Tropfen dieser Welt. Wohlklingende Namen wie Château Margaux, Petrus, Le Pin oder Lafite-Rothschild sind die Blue-Chips unter den vermeintlich besten Weingütern der Welt. Allgemein gelten die klassifizierten Spitzenweine aus Bordeaux als Schwergewichte im Index. Dieser verlor zwar etwas an Boden im letzten Quartal 2011, sein langfristiger Aufwärtstrend ist dennoch ungebrochen.

Montag, 12. Dezember 2011

Big Jay!!! Big Business???

Letzte Woche ließ der große Robert Parker Jr. auf seiner Website erobertparker.com verlauten, dass es Veränderungen in seinem Verkostungsteam geben würde und teilte mit, dass Jay Miller nicht länger für den WineAdvocate schreiben würde...

Montag, 21. November 2011

Die neue Lust auf gutes Essen

Am 11.November erschien die neue deutsche Ausgabe des Guide Michelin. Jedes Jahr zeichnet der renommierte kulinarische Führer Restaurants mit den beliebten Sternen aus. Mit insgesamt 249 Sterne-Restaurants bietet Deutschland nach Frankreich die meisten Adressen für kulinarischen Hochgenuss. Die höchste Auszeichnung von 3 Sternen erhielten 9 Restaurants und somit konnte das hohe Niveau der Vorjahre gehalten werden. Die Anzahl der 2-Sterne-Restaurants stieg auf 32. Diese Zahl hat sich in den letzten 2 Jahren verdoppelt. Die Auszeichnung des Michelin ist nicht nur Anerkennung und Prestige für den verantwortlichen Küchenchef und seine Crew, sondern ist oft auch mit wirtschaftlichem Erfolg verbunden. Kaum ein 3-Sterne-Restaurant, das sich über leere Plätze beklagen müsste, im Gegenteil, die Wartelisten werden länger und länger. Dabei liegen die Preise für einen Hauptgang in der Regel jenseits der 50 Euro. Ein Degustationsmenü mit passender Weinbegleitung kann dann schon mal 300 Euro kosten - Der Gruß aus der Küche und die Ausführungen des Sommeliers sind natürlich inbegriffen.

Eines der Hauptkriterien für die Vergabe der Sterne ist neben der Innovation und Einzigartigkeit der Gerichte und der Harmonie der geschmacklichen Verbindungen vor allem die Auswahl der Produkte, deren Frische und die fachgerechte Zubereitung.
So möchte der Gast nicht nur seinen Hunger stillen - er will auf höchstem Niveau genießen. Hierzu gehört auch mehr über das Produkt, welches er serviert bekommt, zu erfahren. Bei all den verschiedenen Kochstilen und den ach so unterschiedlichen Interpretationen der Gerichte - in einem Punkt sind sich alle Spitzenköche einig: Ohne Top-Produkt kein Top-Gericht. Der Gast legt höchsten Wert auf exquisite Produkte bekannter Herkunft und Identität.
Die Lust auf gutes Essen ist ungebrochen...und das ist auch gut so. Ich freue mich sehr über diese Entwicklung und hoffe, dass dies nicht nur ein vorübergehender Trend ist, sondern wir auch weiterhin große Sorgfalt bei der Auswahl unserer Lebensmittel walten lassen, denn gutes Essen beginnt genau hier und nicht unbedingt in einem mit Sternen dekorierten Restaurant.

Dienstag, 8. November 2011

PPP – „Parker“, „Peñin“ oder doch der „Persönliche Geschmack“

Wer sich heutzutage etwas genauer mit dem Thema Wein beschäftigt, ist sicherlich schon mal über die Verkostungsnotizen und Bewertungen des berühmten Robert Parker Jr. aus den USA gestoßen. Wie könnte man daran auch vorbeikommen, ist doch gerade die Internetwelt voll davon. Kaum ein Online-Shop, der darauf verzichtet, die Meinung des ehemaligen Anwalts aus Baltimore anzupreisen - natürlich nur wenn diese positiv ist. Sein 100-Punkte Bewertungssystem wurde z.B. auch von José Peñin, der als wichtigster und einflussreichster Weinkritiker Spaniens gilt, übernommen.

Natürlich sind manchen von uns diese Bewertungen eine große Hilfe bei der Auswahl unserer Weine. Aber können wir uns denn auf den guten Geschmack dieser Kritiker verlassen? Über diesen lässt sich ja bekanntlich streiten. Fakt ist, dass unser Geschmack nicht zwangsläufig der eines berühmten und einflussreichen Weinkritikers ist. So wird auch Robert Parker immer wieder für seine klar definierte Geschmackslinie kritisiert. Andererseits habe ich noch nie einen miserablen 100-Punkte-Wein getrunken. Im Gegenteil, alle waren exzellente und unvergleichliche Weine auf höchstem Niveau. Die Bewertungen sind meiner Meinung nach ein hilfreiches Tool um das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Weins einschätzen zu können. Hoch bewertete Weine sind qualitativ sicher nicht schlecht, ob sie dann unseren Erwartungen entsprechen ist eine andere Frage. In letzter Instanz sollten wir unseren eigenen Geschmack entscheiden lassen, denn darauf kommt es doch an...Der Wein muss einfach gut schmecken! Salut!


Bildquelle: wineindia.in

Mittwoch, 28. September 2011

"Die florale Retronase oder die übermotivierte Hochnäsigkeit?"

Keine Frage, Wein ist mit Abstand eines der feinsten und interessantesten Getränke. Doch wir tun dem Wein keinen Gefallen, wenn wir suggerieren, dass es vieler Grundkenntnisse bedarf - sogar manche esoterischen Charakters - um einen guten Tropfen zu genießen.



Oftmals ärgern wir uns darüber, dass die Konsumenten nach wie vor bei einem Dornfelder, Lambrusco und vor allem beim altbekannten Bier verharren. Diesen Schuh müssen wir uns als Händler, und vor allem die Sommeliers, Önologen, Journalisten und Winzer selbst anziehen. Mittlerweile haben wir nämlich den Wein mit einer immensen Ansammlung von Fachausdrücken und Beschreibungen derart mystifiziert, dass sich der Normalverbraucher zu Recht fragen muss, wie die “leicht floralen Noten in der Retronase” zu verstehen sind, ob dies gar ernst gemeint ist, oder ob sie lieber den Hund mit der so feinen Nase um Hilfe bitten sollten, diese Noten endlich zu finden.

Selbstverständlich darf man von einem Önologen erwarten, dass er im Rahmen seiner Profession feinste Nuancen erkennt und diese zum Ausdruck bringen kann. Beim normalen Weinverbraucher jedoch wächst das Verständnis für die vielschichtige Welt des Weines und die Bereitschaft unbekanntes Gebiet zu betreten erst bei zunehmendem Konsum jedes Mal ein bisschen mehr. Und genau da liegt das Problem. Denn, anstatt den Verbrauchern die nötige Hilfestellung durch einfachere und verständlichere Beschreibungen zu geben, schießen die unzähligen Sommeliers, Kritiker und Fachjournalisten öfter übers Ziel hinaus und vermitteln so dem normalen Konsumenten den Eindruck, dass das noble Getränk Wein eine geheimnisvolle, fast nicht zugängliche Aura umgibt. Wer traut sich da noch zu widersprechen oder gar ehrlich zuzugeben, dass der eine oder andere so hoch gelobte Wein „mit der so komplexen, aber zugleich ausgewogenen Struktur” am Ende doch nicht geschmeckt hat? Schon gar nicht möchte man sich blamieren, wenn man nicht das gequälte Vokabular des Fachjargons beherrscht, um es dem unverständig drein schauenden Sommelier erklären zu können.

Zweifellos braucht es sehr viel Zeit, Fachwissen und Erfahrung, um die komplexen Hintergründe der vielfältigen Weinwelt zu verstehen. Die weitaus größere Kunst liegt vielleicht jedoch darin, dieses Wissen so weitergeben zu können, dass bei der Ansprache keiner ausgeschlossen wird, dass alle auf das Neue, Unbekannte gespannt bleiben und dass zur Krönung viele Interessierte zum Probieren animiert werden. Ganz gleich, welcher Tropfen verkostet wird: letztendlich muss Jedem die Möglichkeit gewährt werden, selbstbewusst den eigenen Geschmack entdecken zu dürfen - denn, über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

(Bildquelle: www.badische-zeitung.de)

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